Mit A/B Testing die Website optimieren

Datum: 1. Oktober 2021
Autor*in: Merle Howindt


A/B-Testing ist eine quantitative Methode um Erkenntnisse über die Website zu erlangen. Bei diesem Testverfahren werden zwei verschiedene Versionen einer Seite erstellt, um diese anschließend miteinander zu vergleichen. Mittels eines Tools wird ein Nutzer per Zufallsprinzip entweder auf Version A oder B geleitet. Durch das Festlegen verschiedener KPIs kann, nach einer gewissen Laufzeit, die bessere Version ermittelt werden.

Warum man testen sollte

Valide Ergebnisse statt subjektivem Empfinden

Fast immer kommt es bei der Entwicklung eines Features vor, dass eine Design-Entscheidung zum Beispiel über Form oder Farbe getroffen werden muss. Auf der Suche nach der ansprechendsten Lösung gehen die Meinungen häufig auseinander und die subjektive Wahrnehmung spielt eine starke Rolle. Doch weder wir, noch Sie, können für den Nutzer sprechen. Wenn also die Entscheidung ansteht, ob beispielsweise die neue Button-Farbe Blau oder Grün wird, sollte zuvor ein A/B-Test durchgeführt werden und die Entscheidung auf Grundlage einer validen Datenquelle und nicht nach Bauchgefühl getroffen werden.

Verbesserung der Conversion Rate

Mittels A/B-Testing kann evaluiert werden, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Conversion Rate zu steigern. Die Tests können beispielsweise die optimale Buttonbeschriftung aufdecken, indem in einem Test 50% der Nutzer den CTA-Text „Zum Warenkorb“ präsentiert bekommen und die anderen 50% den originalen Text „Jetzt kaufen“. Bei der Auswertung der Zahlen am Ende des Tests kann die Conversion Rate von Version A und B miteinander verglichen werden und die zu Beginn aufgestellte Hypothesen entweder bestätigt oder widerlegt werden.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Gründe, weswegen es sich lohnt regelmäßig Tests durchzuführen wie zum Beispiel bei der Einführung eines neuen Tools, zur Absicherung bei Redesigns oder bei Preisanpassungen.
Alles in allem bekommen Sie bei jedem Test ein besseres Verständnis dafür was oder auch warum etwas funktioniert bzw. nicht funktioniert.

Was und wie kann getestet werden?

Getestet werden kann fast alles

Von CTA-Farben, der Beschriftung bis hin zu Größe, Farbe und Form von Buttons. Es können auch die Eingabefelder einer Newsletter-Anmeldung gegeneinander getestet werden. Ein beliebtes Szenario ist auch die Gestaltung der Cookie-Banner unter Berücksichtigung der Einwilligungsrate. Wichtig ist jedoch immer nur eine Hypothese zu testen. Wenn eine komplette Landingpage oder gar noch mehr umgestaltet wird, kann bei der Auswertung nicht bewiesen werden, welche Veränderung ausschlaggebend war.

Das Vorgehen

Bevor man mit dem Testen beginnt, sollte die Website analysiert und etwaige Problemfelder identifiziert werden, welche die Basis für Test-Hypothesen bilden. Je nach Priorität werden nacheinander verschiedene Szenarien getestet und ausgewertet. Bei erfolgreicher Bestätigung erfolgt das Rollout über die komplette Seite.
Im folgenden Beispiel wird die Seite mit den Angeboten mit dem Aspekt der Conversion Optimierung für das Produkt Winterglück betrachtet. Es wird die Hypothese aufgestellt, dass ein Störer auf dem Teaser („Special – Limitiertes Angebot“) die Aufmerksamkeit hierauf lenkt und dadurch mehr Klicks auf das Angebot erfolgen. Die Texte oder die Bilddarstellungen werden nicht verändert, da sonst keine Rückschlüsse auf den Störer möglich sind.

Der Test wird mithilfe eines Tools online gestellt und die Nutzer werden bis zur Beendigung zu jeweils 50% auf die Versionen verteilt.

Welches Tool ist zu empfehlen?

Am Markt gibt es eine Fülle an Tools. Die geläufigsten Tools derzeit sind Google Optimize, AB Tasty und Optimizely. Welches das Beste für Ihr Unternehmen ist, lässt sich nicht einfach beantworten und ist abhängig von den gewünschten Leistungen. Denn die Angebote unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch im Funktionsumfang. Einige Anbieter stellen nur die reine Anwendung zur Verfügung, andere wiederum bieten ein Full-Servicepaket zur Erstellung von Tests, Auswertung usw. Bevor man sich also für ein Tool entscheidet, sollten die zukünftig benötigten Funktionen gut überlegt sein und mit den angebotenen Leistungen abgeglichen werden.

Zu guter Letzt:

Auch Verlierer sind Gewinner

Nicht jeder Test zeigt am Ende die erhofften Ergebnisse. Sollte sich eine neue Variante im A/B-Test nicht als eindeutiger Gewinner herausstellen, so ist der Test nicht als Fehlschlag zu werten. Im Gegenteil: Es wurde trotzdem eine neue Erkenntnis gewonnen. Sie wissen jetzt, was Ihren Kunden nicht gefällt und haben eine Basis für die weiteren Entwicklungen. Gleichzeitig können negative Testergebnisse vor hohen Investitionen schützen, indem die Programmierung von nicht profitablen Entwicklungen rechtzeitig gestoppt wird bzw. Änderungen vorgenommen werden können. Es geht also letztendlich nicht darum zwingend einen Sieger zu präsentieren, sondern zu testen und Erkenntnisse zu gewinnen.


Kommentare

Selber kommentieren:






Weitere Beiträge zum Thema User Experience & Design


JavaScript, HTML5 & Angular Days 2016

Autor*in:


Technologie // Über den Tellerrand // User Experience & Design


Einige von uns Portalentwicklern waren im Oktober in Berlin auf den JavaScript, HTML5 & Angular Days 2016. Hier nachträglich noch kurz meine und Bennis Highlights: „Dem Benedikt seine Highlights“ CSS3 Flexbox Der Style „display: flex;“ ist ein unglaublich flexibles und simples Werkzeug, um Responsivität in die kleinsten Module zu bringen. Wo wir heute noch mit Style-Hacks arbeiten, …


Beitrag lesen
28
NOV
16

Adobe kauft Figma …

Autor*in: Axel Güldner


infomax // Über den Tellerrand // User Experience & Design


… diese Nachricht hat im September die Welt der Kreativen erschüttert und Investoren der Photoshop und PDF Firma verunsichert.Zu teuer käme der 20 Mrd. Dollar Deal befinden viele und zu sehr getrieben vor der Furcht Adobes langfristig signifikante Marktanteile an die Konkurrenz zu verlieren. Nun hat Adobe eine gewisse Historie hinsichtlich der Übernahme von konkurierenden …


Beitrag lesen
19
OKT
22

Responsive Webdesign – Was hat das mit mir zu tun?

Autor*in: Axel Güldner


Projekte // Technologie // Über den Tellerrand // User Experience & Design


Das Thema Responsive Webdesign hat inzwischen jeden von uns, der mit offenen Augen durch das Internet läuft, mindestens einmal berührt. Quasi wie aus dem Nichts ist diese Disziplin über Nacht zum neuen Buzzword unter Webdesignern/Entwicklern und Marketingleuten geworden. Responsive Webdesign gilt einfach als sexy, auch wenn die eigentliche Idee dahinter nicht gerade neu ist. Jeder …


Beitrag lesen
18
JAN
12

video.js – HTML5-Video-Kmponente mit Polyfill für alte Browser

Autor*in: Stefan Oswald


Projekte // Technologie // User Experience & Design


Webseite: http://www.videojs.com/ Ich habe es mir noch nicht im Detail angeschaut, aber rein von der Beschreibung her könnte das für uns mal ganz nützlich sein. Man kann per API auch Loader für eigene Video-Provider umsetzen. Kostenlos einsetzbar dank Apache 2.0 Lizenz.


Beitrag lesen
14
MAI
13